19.05.2011/Bayer MaterialScience bietet für horizontale Pkw-Karosserie-teile einen neuen „grünen“ Hightech-Blendwerkstoff aus Polycarbonat und Polyethylen-Terephthalat (PC+PET) an. Das Premium-Material wird aus hochwertigsten Post-Consumer- und Post-In-dustrial-Rezyklaten hergestellt. „Makroblend® GR 235M braucht wegen seiner exzellenten Rohstoffbasis den Vergleich mit Neuware in keiner Weise zu scheuen“, erläutert Dr. Eckhard Wenz, Experte im technischen Produkt-service für Polycarbonat und dessen Blends bei Bayer MaterialScience. „Es ist von seinem Eigen-schaftsprofil her mit dem bereits in der Produktion von Karosserieteilen etablierten Makro-blend® UT 235M vergleichbar, das strengste Spezifikationen der Automobilindustrie erfüllt und aus konven-tionell hergestellten Rohstoffen compoundiert wird.“ Denkbare Anwendungen sind Karosseriekom-ponenten wie Spoiler, Kofferraum-abdeckungen und -schürzen sowie Deckel von Antennen und Verdeckkästen.
Die Entwicklung des Hightech-Konstruktions-werkstoffes ist eine Antwort auf den Trend zu Rezyklaten im Automobilbau. „Unsere Kunden aus dieser Branche können mit dem Einsatz des energie- und rohstoffsparenden Blends nachhaltiger wirtschaften, ohne − wie bei den meisten anderen Rezyklaten − Abstriche bei den Materialeigen-schaften in Kauf nehmen zu müssen“, so Wenz weiter.
Das PET für den neuen Werkstoff stammt aus Getränkeflaschen. Sie werden aus hochreinen PET-Varianten produziert, die den strengen gesetz-lichen Vorgaben der Nahrungsmittelindustrie entsprechen. Zweite Blendkomponente ist ein Polycarbonat, das für kommerzielle 5-Gallonen-Wasserflaschen entwickelt wurde.
Das neue Blendmaterial eignet sich besonders, um Sheet Mold Compounds (SMC), Stahlblech und Aluminium in Karosserieanwendungen zu substi-tuieren. So ist es bei großen Stückzahlen deutlich wirtschaftlicher, weil es nacharbeitsfreie Formteile ergibt, die direkt ohne weitere Vorbehandlung zu Komponenten mit Class A-Oberfläche lackiert werden können. Außerdem hat es eine geringere Dichte, wodurch sich Potenzial zur Gewichtsein-sparung eröffnet. Gegenüber Metallen sind vor allem die größeren Formgebungsfreiheiten und das große Potenzial zur kostensparenden Integration von Funktionen von Vorteil.
Weitere Vorzüge sind die niedrige, weitgehend isotrope thermische Längenausdehnung, die die Umsetzung enger Spaltmaße zwischen benach-barten Baugruppen (Nullfugenoptik) erlaubt, sowie die hohe Zähigkeit und Wärmeformbeständigkeit. Dank der geringen isotropen Schwindung lassen sich mit dem Thermoplast auch große Bauteile mit sehr niedrigen inneren Spannungen fertigen, die sich daher allenfalls nur minimal verziehen.
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